Museum und Kunstverein stellen ihr Programm vor

„Das Stadt- und Industriemuseum und der Kunstverein Rüsselsheim leisten seit vielen Jahren sehr gute Kulturarbeit. Mit einem eigenen Programm auf dem Hessentag können sie ihre Stärken nun einem breiten Publikum präsentieren. Die Festung wird nicht nur für Ausstellungen und Führungen genutzt, auch können sich die Besucherinnen und Besucher im Innenhof entspannt in die von Bengt Fosshag bemalten Stühle fallen lassen. Der Rüsselsheimer Hessentag ist außerdem der erste, der neben Fotografen zusätzlich einen Zeichner beauftragt, der die Impressionen des Festes festhalten wird“, sagte Oberbürgermeister Patrick Burghardt bei der Vorstellung des Programms des Stadt- und Industriemuseums der Stadt Rüsselsheim sowie des Kunstvereins Rüsselsheims.

Kulturdezernent Dennis Grieser hob außerdem hervor, dass die Rüsselsheimer Kulturszene auf dem Hessentag neben Auftritten internationaler Stars gut positioniert sei. „Damit kann die Stadt nachhaltig ihr Image herausstellen. Daher sind es diese Rüsselsheimer Beiträge, die das Herzstück des Hessentags bilden werden.“

Noch vor dem Hessentag wird das Stadt- und Industriemuseum seine neue Abteilung zur Archäologie eröffnen, die mehr als 100.000 Jahre Rüsselsheimer Geschichte abdecken wird. Durch den Hessentag habe es nach Angaben des Oberbürgermeisters zusätzliche Fördermittel für die Fertigstellung gegeben.

Auch im Hessentagsprogramm bildet das Thema Archäologie einen Schwerpunkt. Dafür wird es unter fachkundiger Anleitung des Vereins terraplana Mitmachaktionen zu steinzeitlichen Schwirrhölzern und Steinzeit-Tonfiguren sowie einen Nachbau eines römischen Lastkarrens geben. Zudem werden während des Hessentags zwei Mal täglich Kurzführungen durch die Festung angeboten. Auch die Mitmachausstellung zum Thema Energie wird im Rahmen des Energiehauses der Physik-AG der Max-Planck-Schule nochmals aufgegriffen. Das Energiehaus können sich Interessierte im Vorhof der Alten Synagoge direkt an der Hessentagsstraße (Mainzer Straße 19) ansehen.

Der Kunstverein zeigt eine Retrospektive auf mittlerweile elf Jahre ILLUST_RATIO, wie Karl-Heinz Becker vom Kunstverein Rüsselsheim angekündigt hat. „Aus der sehr umfangreichen Sammlung wurden verschiedene Ausstellungsstücke ausgewählt, die wir bereits ab dem 28. Mai zeigen werden. Einige der Stücke werden zur Finissage verlost. Zudem konnten wir den renommierten Zeichner Matthias Beckmann gewinnen, der als Chronist zehn Tage lang die Impressionen des Hessentags künstlerisch festhalten und ausstellen wird. Einige seiner Bilder können Besucherinnen und Besucher als Digitaldrucke weiter bearbeiten.“ Ein weiteres Kunstprojekt wird im Innenhof der Festung zu sehen oder nutzen sein. Denn der Illustrator Bengt Fosshag hat 33 Liegestühle bemalt, bei denen sich die Besucherinnen und Besucher entscheiden müssen, ob sie lieber die farbenfrohen Motive betrachten oder sich auf die „Stuhlbesetzer“ setzen wollen. Gleichzeitig kann man sich vom Museumscafé bewirten lassen.

 

Die einzelnen Programmpunkte im Überblick:

Steinzeitliche Schwirrhölzer basteln
Fernsprechen à la Feuersteins

Es geht rund wie in der Steinzeit - lassen Sie Ihr Schwirrholz an der langen Leine wirbeln! Dabei entsteht ein Brummton, mit dem sich etwa die australischen Aborigines über weite Strecken oder mit Geistern und Ahnen in Verbindung setzen können. Die Bearbeitung des Rohlings mit Steinwerk-zeugen, das Bemalen und Ausprobieren unter fachkundiger Anleitung durch den Verein terraplana ermöglicht Einblicke in die experimentelle Archäologie.
9. bis 11. Juni 2017, Freitag von 12 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr

Steinzeit-Idole
Eine Zeitreise in die Vorgeschichte

Im Festungshof laden Experten des Vereins terraplana zur Reise in die Steinzeit ein - und zum Mitmachen: Aus Ton entstehen kleine Idole. Diese Tier- oder Menschenfiguren sind typische Funde der Jungsteinzeit.
13. bis 15. Juni 2017, 11 bis 17 Uhr

Römer am Main
Experimentelle Archäologie

Schon die Römer nutzten Rhein und Main zu Transportzwecken. Doch wie sahen die dafür genutzten Fahrzeuge aus? Mit den Mitteln der experimentellen Archäologie haben Mitglieder des Vereins terraplana den seetüchtigen, römischen Lastkahn nachgebaut, der im kleinen Festungshof zu bestaunen ist.
13. bis 15. Juni 2017, 11 bis 17 Uhr

Kurzbesuch bei Graf und Landsknecht
Durch die Festung in 45 Minuten

Mitten im Hessentagsgelände liegt die ehemalige Landesfestung Rüsselsheim. Bei einer kostenlosen Kurzführung erhalten Sie Einblicke in die Baugeschichte des Bollwerks und das Leben seiner Bewohner. Mit Wachstube und Brunnenstube entdecken Sie Räume, die sonst nicht frei zugänglich sind. Ein Angebot mit freundlicher Unterstützung der Bürgerstiftung Festung.
9. bis 18. Juni 2017, jeweils 11 Uhr

Rüsselsheim - alles was man wissen muss!
40.000 Jahre in 45 Minuten

Wir haben alles da: 40.000 Jahre Rüsselsheimer Geschichte in Objekten vom Faustkeil bis zum Insignia-Sitz. Verschaffen Sie sich bei unserem geführten Ritt durch die Epochen einen Überblick im Zeitraffer – ideal zum Hineinschnuppern und Appetitanregen!
9. bis 18. Juni 2017, jeweils 14 Uhr

Energiehaus
Ein Projekt zum Ausprobieren

Wie kommt der Strom in die Steckdose, wofür nutzen wir ihn - und wie sorgt man dafür, dass weniger Energie verbraucht wird? Die Physik AG der Max-Planck-Schule und das Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim geben mit ihrem selbstgefertigten und detailgetreuen Hausmodell Antworten und Einblicke und laden zum Experimentieren ein.
Veranstaltungsort: Vorhof Stiftung Alte Synagoge, Mainzer Straße 19 (an der Hessentagsstraße)
12. bis 14. Juni 2017, 14 bis 17 Uhr

ILLUST_RATIO Retrospektive
Zehn Jahre mit frischen Augen auf Rüsselsheim geschaut

Seit 2006 setzen sich Illustratorinnen und Illustratoren in der Ausstellungs-Reihe ILLUST_RATIO auf Einladung des Kunstvereins und Kultur 123 Rüsselsheim künstlerisch mit der Stadt auseinander. Ob am Computer oder auf Leinwand, mit den Mitteln der Fotografie oder der Collage, mit Kreide, Buntstift und Feder oder auch in einer filmischen Umsetzung: So schillernd wie die Herangehens¬weisen sind jeweils die Ergebnisse. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kreuzen und überlagern sich auf heitere und nachdenkliche, märchenhafte oder realistisch-kritische Weise. Erstmals werden die seit 2006 entstandenen Arbeiten in einer umfassenden Schau gezeigt.
28. Mai bis 2. Juli 2017, 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Vernissage ist am 27. Mai 2017, 19 Uhr, Finissage: 2. Juli 2017, 11 Uhr.

Zeichnungen von Matthias Beckmann
Ausstellung und Mitmach-Atelier des Hessentagszeichners

Der Berliner Künstler Matthias Beckmann sammelt als Chronist ganz persönliche Eindrücke von diesem großen Fest der Hessen. Seine Arbeiten entstehen direkt vor dem Motiv, ohne Vorstudien und ohne Korrekturen. So wächst im Museum über die Zeitspanne des Hessentags eine Ausstellung mit Zeichnungen von Konzerten und Ausstellungen, von Künstlern und Zuschauern auf den Bühnen und Festmeilen der Stadt. Die Schau ist zugleich Mitmach-Atelier. Hier können die Besucherinnen und Besucher Digitaldrucke von Beckmanns Zeichnungen in vielfältiger Form weiter bearbeiten. So entsteht zusätzlich eine neue, farbenfrohe und phantasievolle Dokumentation des Hessentags, an der sich jeder und jede beteiligen kann. Farben, Stifte und Vorlagen stehen unentgeltlich zur Verfügung.
9. bis 18. Juni 2017, 10 bis 18 Uhr

Hessentagszeichner Matthias Beckmann
Ein Atelierbesuch

Der Berliner Künstler Matthias Beckmann ist als Hessentagszeichner künstlerischer Chronist der Veranstaltung und steht den Besucherinnen und Besuchern in seinem Atelier auf Zeit im Stadt- und Industriemuseum für Gespräche und Nachfragen zur Verfügung.
10., 14. und 17. Juni 2017, jeweils 15 bis 17 Uhr

Die Stuhlbesetzung
Eine temporäre Installation von ILLUST_RATIO: Kunst zum Sitzen und Chillen

Im großen Festungshof warten 33 illustrierte Liegestühle auf die Besucherinnen und Besucher des Hessentages. Die Installation fordert dazu auf, Platz zu nehmen. Doch eigentlich sind die Stühle schon besetzt und die "Stuhlbesetzer" zu ignorieren, wenn man es sich bequem machen möchte. Die Installation mit Motiven von Bengt Fosshag spielt hintersinnig mit den expressiven Möglichkeiten von Illustrationskunst. Den Besucherinnen und Besuchern bieten sich Möglichkeiten für neue Begegnungen und nicht zuletzt eine gute Gelegenheit, zu entspannen und sich mit Köstlichkeiten aus dem Museumscafé verwöhnen zu lassen.