Viele Rüsselsheimer Kulturschaffende am Hessentag beteiligt

Der 57. Hessentag findet in Rüsselsheim statt – und er ist ein Rüsselsheimer Hessentag. Dies sieht man an vielen Stellen. Im Sportbereich ebenso wie bei den in der Stadt angesiedelten Wirtschaftsunternehmen, die sich auf vielfältige Art auf dem Festgelände präsentieren. Besonders deutlich ist die Rüsselsheimer Note des Landesfests aber im kulturellen Stadtprogramm zu erkennen, bei dessen Konzeption bewusst auf lokale Künstlerinnen und Künstler gesetzt und ein Hauptaugenmerk auf die Präsentation der hiesigen Kulturszene gelegt wurde. Rüsselsheim zeigt beim Hessentag mal laut, mal leise, mal subtil und mal offenkundig, dass die Kulturszene der Stadt sprudelt.

Die Beispiele sind ebenso mannigfaltig wie die Rüsselsheimer Kulturszene vielfältig ist. Das Netzwerk Jazz-Fabrik präsentiert sich an zwei Abenden mit originären, typischen Jazz-Fabrik-Formaten auf der Bühne im Adamshof. So spielt die IKS Big Band am 13. Juni Kompositionen von Kulturpreisträger Stephan Völker, auch die „IKS Swingkids“ sind dabei. Völker selbst wiederum präsentiert am Tag zuvor eine Spezialausgabe seiner Reihe „Jazz im Inselhof“. Die Bühne an altehrwürdiger Stätte wird bekanntermaßen vom Rüsselsheimer Kulturzentrum „das Rind“ betrieben. Einen Großteil des dort stattfindenden Programms hat Florian Haupt, Programmchef und Geschäftsführer des Kulturzentrums selbst konzipiert.

Der Adamshof wird am 16. Juni Hip-Hop zu hören sein, der in Rüsselsheim erdacht und erprobt wurde und letztlich auch in Rüsselsheim aufgeführt wird – auf der „Jugend Hip-Hop-Bühne im Adamshof“. Rüsselsheimer Schülerinnen und Schüler werden dann gemeinsam mit lokalen Rappern ihren Auftritt haben und ein unter Rüsselsheimer Jugendlichen sehr populäres Musikgenre präsentieren.

Musik ist über den Jazz oder den Hip-Hop hinaus ein Thema, das Rüsselsheimerinnen und Rüsselsheimer aller Alterklassen bewegt und während des Hessentags an vielen weiteren Orten von Rüsselsheimer Kulturschaffenden angeboten wird. Im Weindorf, auf dem Marktplatz, auf der Bühne der Stadtwerke, im Polizei-Bistro, im Kinderland, auf der Bühne der Bundespolizei und im Festzelt der Bundeswehr – überall treten Rüsselsheimer Bands auf.

Nicht zu übersehen ist das Vereinsdorf, das von Rüsselsheimer Kultur- und Sportvereinen betrieben wird und neben internationalen Köstlichkeiten auch ein gehaltvolles Programm zu bieten hat. Gesang, Tanz, Lesungen, Live-Musik: Hier sind die unterschiedlichsten kulturellen Ausdrucksformen vertreten. Mit dabei ist im Vereinsdorf neben Stephan Völker die in Rüsselsheim bestens bekannte Band „Welkebach“. Im Vereinsdorf ist Rüsselsheimer Lebensart zehn Stunden täglich zu erleben. Bereichert wird das Bühnenprogramm zudem durch den Sponsor Main-Spitze, der sich in einer Interview-Reihe Rüsselsheimer Themen widmet.

Ausdrucksstark sind auch die Schauspielerinnen und Schauspieler, die als kulturelle Protagonisten während des Hessentags auf den Bühnen im „Rind“ und im Adlersaal stehen werden. Das Theaterhaus sechzig90 wird sich mit dem Stück „Verna – Resilienz des Ästhetischen“ Rüsselsheimer Themen annehmen. Regine Schröder Kracht bringt mit ihrem „Verdammten Volkstheater“ das Stück „Schweisch‘ Bub!“ im Hotel Adler auf die Bühne. Aus dem Nachwuchsbereich wird die Theater-AG der Max-Planck-Schule in der Regatta-Komödie „Denn man toe“ zeigen, welches kulturelle Potential die Vielsprachigkeit der Menschen in Rüsselsheim birgt.

Besonders kreativ zeigt sich der Rüsselsheimer Kunstverein. Erstmals wird das Landesfest ein Hessentagszeichner begleiten. Matthias Beckmann kommt aus Berlin, ist aber Teil der Illustratorenszene und wird somit in bester Rüsselsheimer Kunsttradition den Hessentag zeichnen. Überdies kann man den Hessentagszeichner in seinem Atelier in der Rüsselsheimer Festung besuchen und so niedrigschwellig beobachten, wie ein professioneller Zeichner arbeitet. Basis für ein solch einmaliges Format ist die renommierte Reihe „illust_ratio“, der, ebenfalls in der Festung, eine Retrospektive gewidmet ist. Darüber hinaus bilden von Bengt Fosshag designte Liegestühle im Festungshof einen Rückzugsort, der zum Durchatmen einlädt und den Besucherinnen und Besuchern des Hessentags zeigt, welch hohen Stellenwert Kunst in dieser Stadt hat. Kunst wird in Rüsselsheim jedoch nicht nur von Profis produziert, sondern auch von Schülerinnen und Schülern. So zeigt die Kunstklasse der Gustav-Heinemann-Schule in Kooperation mit dem Wiesbadener Frauenmuseum eigene Werke.

Hessentage sind Landesfeste; und jede Gastgeberstadt hat ein bestimmtes Fenster zur Verfügung, um die eigene Kulturszene angemessen abzubilden. In Rüsselsheim ist aus diesem kleinen Fenster ein Schaufenster geworden, das über die gesamte Dauer des Hessentages zeigt, was Rüsselsheim im Kulturbereich zu bieten hat. Darauf ist die Stadtverwaltung ebenso stolz wie die einzelnen Akteure selbst.